Kurz gesagt: Wahrscheinlich, wenn die Mail Druck macht („Konto wird gesperrt“), dich auf eine Seite zum Anmelden oder Zahlen schickt, die Absenderadresse nicht genau zur echten Domain passt oder du nichts erwartet hast. Klick nicht auf Links und öffne keine Anhänge. Prüfe die Sache dort, wo du dich sicher anmeldest: App oder Website selbst eintippen. Banken, Behörden und Paketdienste fragen per E-Mail nie nach Passwörtern, TAN oder Kartendaten. Hast du schon Daten eingegeben: Passwort ändern, bei Bankdaten sofort die Bank anrufen und die Karte sperren (116 116), Anzeige erstatten.
Die sieben Merkmale
- Absender: Der Anzeigename kann alles sein – entscheidend ist die Adresse dahinter. Die Domain nach dem @ muss exakt stimmen: sparkasse.de ist echt, sparkasse-kunden-service.de nicht.
- Druck und Angst: „Konto wird gesperrt“, „letzte Mahnung“, „innerhalb von 24 Stunden“.
- Der Link führt woanders hin: Mit der Maus über den Link fahren (Computer) oder ihn lange gedrückt halten (Handy) zeigt das echte Ziel.
- Aufforderung zu Login, Daten, Zahlung oder TAN – echte Anbieter verlangen das nie per Mail-Link.
- Anhänge: „Rechnung“ als ZIP-, HTML- oder Office-Datei mit Makros.
- Unerwartet: Du hast nichts bestellt, keine Erstattung beantragt, kein Paket erwartet.
- Perfekte Sprache schützt nicht mehr: KI-geschriebene Mails haben keine Tippfehler. Prüfe den Absender, nicht die Rechtschreibung.
So prüfst du sicher
- Öffne die App oder tippe die Website-Adresse selbst ein – nie über den Link aus der Mail. Echte Nachrichten findest du dort im Postfach.
- Ruf im Zweifel an – über die Nummer von der offiziellen Website oder deiner Karte, nicht aus der Mail.
- Schalte die Zwei-Faktor-Anmeldung ein; ein Passwort-Manager füllt Passwörter nur auf der echten Domain aus und warnt dich so indirekt.
Schon geklickt oder Daten eingegeben? Das hilft jetzt
- Nichts weiter eingeben, Seite schließen.
- Passwort ändern – auch überall, wo du dasselbe Passwort benutzt hast.
- Bank- oder Kartendaten eingegeben: sofort die Bank anrufen, Karte und Online-Banking sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116), Umsätze prüfen.
- Anhang geöffnet: Gerät vom Netz trennen, Virenscan, im Zweifel Fachleute fragen.
- Anzeige erstatten (Online-Wache der Polizei deines Bundeslandes), die Mail als Beweis behalten.
- Melden: an das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale, bei Firmen-Mails an die IT.
Typische Maschen
Paket-SMS mit Zollgebühr (eigener Ratgeber), „Hallo Mama, ich habe eine neue Nummer“ per WhatsApp, angebliche Steuererstattung vom „Finanzamt“ oder von „ELSTER“ (die Finanzverwaltung verschickt keine Links zu Erstattungen), QR-Codes in gefälschten Briefen oder auf Parkautomaten („Quishing“), Rechnungen von Fake-Shops, Anrufe mit angeblicher Bank-Sicherheitsabteilung („Ihr Konto wurde angegriffen – überweisen Sie auf ein Sicherheitskonto“).
Der Levamio Betrugs-Check schätzt Nachrichten mit einer Ampel und den Gründen ein – er erkennt nicht jeden Betrug; im Zweifel prüfst du über offizielle Kontaktdaten.
Häufige Fragen
Reicht es, die E-Mail nur zu öffnen?
Das Öffnen und Lesen einer E-Mail ist in aktuellen Mail-Programmen in der Regel ungefährlich. Gefährlich wird es beim Klick auf Links, beim Eingeben von Daten und beim Öffnen von Anhängen. Lösche die Mail oder verschiebe sie in den Spam-Ordner.
Woran erkenne ich die echte Domain in einem Link?
Schau auf den Teil zwischen „https://“ und dem nächsten einzelnen Schrägstrich. Bei „https://www.sparkasse.de/login“ ist es sparkasse.de. Bei „https://sparkasse.de.sicherheit-check.com/…“ ist die echte Domain sicherheit-check.com – also Betrug. Auf dem Handy hilft langes Drücken auf den Link.
Meine Bank hat angerufen und will eine TAN – echt?
Nein. Banken fragen am Telefon nie nach TAN, Passwort oder vollständigen Kartendaten und bitten nie, Geld auf ein „Sicherheitskonto“ zu überweisen. Leg auf und ruf die Bank selbst an – über die Nummer auf deiner Karte oder der offiziellen Website.
Gilt sinngemäß für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Sperr-Notruf 116 116 gilt in Deutschland (aus dem Ausland +49 116 116); in Österreich und der Schweiz nutzt du die Sperrnummer deiner Bank. Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer- oder Pflegeberatung im Einzelfall.
Quellen
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) – Verbraucherinnen und Verbraucher
- Verbraucherzentrale – Phishing-Radar
- Sperr-Notruf 116 116
- Watchlist Internet (Österreich)
- Bundesamt für Cybersicherheit BACS (Schweiz)
